Besprechung von: Heinrich Rombach „Strukturontologie“*


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Besprechung von: Heinrich Rombach „Strukturontologie“*
1. Was für ein Buch?
2. Was für eine Rezension?
3. Worum es geht?
4. Wie geht es nicht?
5. Nachtrag

2. Was für eine Rezension?

Das Bisherige wollte eine Entschuldigung dafür sein, daß diese Rezension keine ist. Denn damit, daß man die Inhalte – bei der Aufhebung der Differenz von Inhalt und Form, die R. für die Denkbarkeit von Struktur und als das ihr Eigene erhellt, ohnehin hier eine unangemessene Vokabel (vgl. 25) – referiert, sagt man wenig. Man könnte bestenfalls die „Strukturverfassung“ des Buches und seines Gedankens damit wiedergeben, das heißt im Blick auf das im Buch Gedachte insgesamt das leisten, was innerhalb des Buches der erste Hauptabschnitt (25) unternimmt, der diesen Titel trägt. Doch er ruft aus dem in ihm Gedachten her zum korrigierenden Neuansatz, dazu, die gewonnenen Fixpunkte der Bestimmung in ihrem Prozeßcharakter, als Bewegung zu denken (II. Strukturdynamik) (75), die ihrerseits der Selbstüberholung bedarf, der Einholung aus ihrer Genese (III. Strukturgenese) (221). Denn nur aus ihr, nur in der Durchsichtigkeit ihrer Ursprünglichkeit hört Struktur auf, ein „Trick“ zu sein, um mit mehr denkerisch fertig zu werden als andere begriffliche Grundansätze. Erst in solcher genetischer Radikalität erfaßt, leistet der Strukturgedanke aber auch das Zugleich, das Ineinander und Miteinander von Strukturen, ihren Plural innerhalb der Einzigkeit und Ausschließlichkeit von Struktur (IV. Strukturkombinatorik) (299).

Mit anderen Worten: Wer über den ersten Abschnitt, über die „Strukturverfassung“, hinausliest, der ist dabei, den Boden zu verlieren, von dem aus er Inhalte des Buches referieren könnte. Eine gute Rezension wäre dennoch möglich. Sie sähe vermutlich folgendermaßen aus: Sie konjugierte den gesamten Gedanken, das ganze Buch, in den vier Ansätzen durch, die durch die vier Abschnittstitel bezeichnet sind. Nach der Skizze des Gesamtgedankens käme die Dynamik zur Sprache, in der das Gedachte als der Gedanke geschieht, der es denkt. Dann freilich müßte der Gedanke, der das Gedachte und seinen Gedanken erhellt, sich aus sich selbst, aus eigener Ursprünglichkeit, erheben – und dann hätte er sich von R.s Buch gelöst. Sodann freilich käme er wieder ins Verhältnis zu R. – ins Gespräch mit ihm, ins Gespräch freilich auch mit seinen Partnern, in eine neue „Epoche“ (vgl. etwa 131) des Gesprächs, das R. seinerseits führt. Genau genommen, müßte dieser Weg jedoch schon gegangen sein, ehe ein Rezensent diese Rezension schriebe, so daß sie dann also doch anders aussähe.

In den vorliegenden Hinweisen auf R.s Strukturontologie ist das Gespräch mit R. noch keineswegs ausgestanden. Sie wollen daher auch nicht mehr sein als eine Aufforderung, als eine Einladung zu diesem Gespräch.

Dem dienen Hinweise darauf, worum es in der Strukturontologie geht, Abweisungen von Mißverständnissen, die Strukturontologie so verstehen, wie es nicht geht, schließlich die Frage: Geht es so? Dabei erhebt sich solche Fragestellung nach dem „Gehen“ unmittelbar aus dem Mitgehen mit R.s Gedanken, der sich als Weg versteht und der seine eigentümliche Stringenz darin hat, daß „es geht“ (wichtiges Stichwort im Index „Kategorien“) (361; bzw. 228, 158).



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