Das Wort für uns

[24] Karfreitag: Das Wort wird Schweigen

Der Schrei, mit dem Jesus seinen Geist aufgibt, nimmt sein Werk und sein Wort, nimmt sein Leben zurück ins Schweigen, aus dem er gekommen ist. Über dem Leben Jesu steht der Satz des Johannesevangeliums: Das Wort ist Fleisch geworden. Und das ist die letzte Konsequenz dieses Satzes: Das Wort ist Schweigen geworden. Aber ist diese Konsequenz nicht schrecklich?

Gewiß, das Wort wollte nicht bei sich bleiben, sondern dahin kommen, wo wir sind, es wollte dort verlauten, wo wir es vernehmen können. Es hat sich zu uns herbegeben, in unsere kleinen Verhältnisse; es ist das Risiko eingegangen, mißverständlich zu werden, indem es sich ausgeliefert hat an unsere menschlichen Worte und an unser menschliches Verstehen. Aber wenn das Wort verstummt, was will es dann noch sagen? Was sollen wir dann noch vernehmen?