Dienst aus dem Glauben – Dienst in der Kirche

Fundamentale Kirchlichkeit des Glaubens

Wer sich einläßt auf Jesus Christus, der erfährt den Gegensatz zwischen dem eigenen Nichts und dem sich schenkenden Gott; er erfährt aber auch, daß dieser Gegensatz in seinem Leben durch Jesus Christus aufgehoben wird: Das eigene Nichts wird mit der Fülle Gottes beschenkt. Dieses Beschenktwerden heißt aber, sich beschenken lassen. Glaubend läßt der Mensch sich, sein Nichts, schenkt er sich. So aber wird Glaube gegenseitige Beziehung, weil gegenseitiges Sich-Schenken, Glaube wird Gemeinschaft: Gemeinschaft zwischen Gott und dem Menschen, gestiftet und vollzogen in der Gemeinschaft zwischen Jesus Christus und dem Menschen. Eintretend in die Gemeinschaft mit Gott, tritt der Mensch ein in die Sendung Christi; er wird zum Raum, in dem die Gebärde des Sich-Verschenkens, die Gebärde der Liebe, die Gott ist und die in Jesus Christus offenbar ist, zur Gebärde seines eigenen Lebens wird. Darin aber öffnet sich die Gemeinschaft zwischen Gott und dem Menschen; die Richtung des Sich-Schenkens wird universal: Der Mensch verschenkt nicht nur seine eigene Armseligkeit an Gott, er verschenkt in ihr sich und Gott. So aber wächst aus seinem Glauben auch Gemeinschaft mit Menschen, Gemeinschaft von Glaube zu Glaube. Der Glaube und die Sendung, die in ihm lebt, vermitteln im Zeugnis, im Dienst, in der Liebe anderen den Eintritt in die Gemeinschaft mit Gott. Diese anderen aber werden dadurch hineingenommen in dieselbe Unmittelbarkeit zu Gott, in die eine und selbe Bewegung des Lebens Gottes, in seinen einen Geist, in dem sich der Vater und der Sohn einander schenken und in dem der Sohn sich und den Vater den Menschen schenkt und in dem Menschen glaubend sich Gott und Gott den anderen schenken. Aus dem Nacheinander der Zeugen, aus der Kette der einander folgenden Träger der Sendung wird Miteinander, wird gegenseitige Gemeinschaft im einen Geist mit dem einen Gott und Vater aller. Wer sein ganzes Ja dazu sagt, sich von Gott beschenken zu lassen, sagt damit auch das Ja zu solcher Gemeinschaft. Christlicher Glaube kann nicht absehen von seiner fundamentalen „Kirchlichkeit“.