Der Begriff des Heils

Heilsstruktur des Daseins?

Die Korrektur des Heilsverständnisses aus dem gegenwärtigen Bewußtsein ging bislang von dem aus, was dieses Bewußtsein im Angebot des überlieferten Heilsbegriffs vorfindet. Dies genügt indessen nicht, um den Begriff Heil als solchen zu rechtfertigen und gegenwärtigem Bewußtsein zuzumuten. Es [223] genügt auch dem Begriff des Heiles selbst nicht. Denn Heil ist Heil für. Erst dann ist also Heil wahrhaft Heil, wenn es sich in die Struktur menschlichen Daseins fügt, fügt nicht als Ergebnis, wohl aber als Anspruch und Zuspruch, die nicht neben das Dasein geraten, sondern in es treffen, mag dieses Treffen auch die Gestalt umwendender Betroffenheit haben.

Es bleibt also die Frage zu prüfen, ob die Struktur des Daseins als solche auch in den verwandelten Bedingungen seines heutigen Sich-Findens als Heilsstruktur verstanden werden könne.

Der Ausgang vom Dasein aufs Heil zu zeichnet zugleich phänomenologische Grundzüge des Heiles als solchen. Dies ist konsequent; denn wenn Heil Heil des Menschen ist, ist die Stätte seiner Anwesenheit eben das Dasein selbst: Der Mensch ist im Heil – oder Heil ist nicht.