Gerettetes Wort – rettendes Wort

Sinnlosigkeit des Wortes*

Eine weitere, bereits im Gesagten enthaltene Konsequenz läßt sich etwas spielerisch wie folgt ausdrücken: Wortlos werden des Ortes des Ganzen – Ortlos werden des Wortes des Ganzen. Was soll dieses Ganze noch, das sich aufsplittert in viele Funktionswellen, die nur recht banal und äußerlich miteinander verbunden sind? Wie sehr diese Frage Ungezählte bedrängt und wohin es uns führt, wenn diese Frage verdrängt wird, braucht hier nicht ausgeführt zu werden. Es ist eine der Grundnöte unserer Zeit. Im Blick auf die Sprache eröffnet sich eine doppelte Konsequenz. Worte, die das Ganze sagen, den Sinn sagen, den Zusammenhang stiften, werden karg, rar, mühsam, unbekannt, und, wenn sie auftauchen, schütteln wir ratlos die Achseln oder wir erheben pflichtgemäß Ideologieverdacht oder Einspruch wegen Störung der nötigen universalen Funktionalität. Der Ort des Ganzen wird wortlos. Aber ohne Wort wird dieses Ganze auch nicht mehr erfahren, nicht mehr integriert, es verliert seinen Ort im Dasein. Solcher Ort – dieses Wort darf hier wiederholt werden – „geistert“ im beunruhigenden Nirgendwo und überall. Die unterschiedlichen Erdbeben des Menschlichen und der Gesellschaft haben hier eine Ursache. Nur das gerettete Wort des Ganzen ist das Menschliche rettendes Wort.