Aufgabe der Universalität – Aufgabe der Identität

Verlust des (Begegnungs-) Raumes*

Wo aber solchermaßen das Zeitgefüge zusammenbricht – Geschichte trägt in ihrer Tradition nicht mehr die Gegenwart, Zukunft ist nicht mehr die überraschende Möglichkeit des Neuen, das sich mir und meinem Gestalten in die Hand gibt, Gegenwart ist nicht mehr Gegenwart desselben für viele, Gegenwart der vielen füreinander im Selben, im Horizont einer verbindenden und verbindlichen Wahrheit –, da verliert der Mensch den Raum, in dem er frei atmen, den er gestalten, in dem er den anderen und dem anderen begegnen kann. Keine Universalität, wo die Identität eines jeden nur noch die Identität des Punktes mit sich selber ist. Die Wiedergewinnung von Geschichte, Zukunft und Gegenwart und darin von Lebens-Raum wird zur bedrängenden Aufgabe eines Gespräches, wie es der katholischen Akademie obliegt. Begegnung zwischen Kirche und Welt findet nicht statt ohne den Raum, der sich allein im offenen Gefüge der dreidimensionalen Zeit erschließt.